Hydrolysiertes Hundefutter: Was ist Peptide+ und für welchen Hund lohnt es sich?

Kurzantwort: Peptide+ ist hydrolysiertes Hundefutter, die funktionale Trockenfutter-Linie von JollyDog, bei der das Protein enzymatisch in kleine Bausteine (Peptide) aufgespalten ist. Dadurch ist es leichter verdaulich, und bei Allergien erkennt das Immunsystem den Auslöser oft nicht mehr. Es gibt vier Rezepturen für vier Bedürfnisse: empfindlicher Magen, Haut und Fell, Gewicht und Gelenke sowie Allergieverdacht.
Vielleicht kennst du das: Dein Hund kratzt sich ständig, hat immer wieder weichen Kot oder schleppt ein paar Kilo zu viel mit sich herum. Beim Tierarzt fällt dann irgendwann das Wort „hydrolysiert“, oder du stolperst beim Suchen nach dem richtigen Futter darüber. Klingt nach Chemie, ist aber ein einfaches Prinzip. Hier erfährst du, was dahintersteckt, was die vier Sorten von Peptide+ unterscheidet und wann dein Hund so ein Futter gar nicht braucht.
Was hydrolysiertes Hundefutter eigentlich ist
Eiweiß besteht aus langen Ketten kleiner Bausteine. Beim Hydrolysieren werden diese Ketten mit Hilfe von Enzymen in kurze Bruchstücke zerlegt. Diese Bruchstücke heißen Peptide, daher der Name der Linie. Fleisch oder Fisch bleibt also die Proteinquelle, nur liegt das Eiweiß schon „vorzerlegt“ vor, so wie es sonst erst im Darm deines Hundes passieren würde. Auf den Produktseiten steht dafür der Fachbegriff „enzymatisch gespalten“, gemeint ist dasselbe.
Das hat zwei Effekte. Erstens ist das Protein leichter verdaulich, weil die Verdauung weniger Arbeit hat. Zweitens reagiert das Immunsystem bei einer Futterallergie auf bestimmte Eiweißstrukturen. Sind diese in kleine Stücke zerteilt, erkennt der Körper sie oft nicht mehr als Auslöser. Genau deshalb arbeiten viele tierärztliche Allergiediäten mit hydrolysiertem Protein.
Wichtig dabei: Hydrolysiertes Futter ist keine Medizin und heilt nichts. Es entlastet den Körper deines Hundes. Ob dahinter eine Allergie, eine Unverträglichkeit oder etwas ganz anderes steckt, kann nur der Tierarzt klären.
Die vier Peptide+ Sorten von JollyDog
Alle vier Sorten sind getreidefrei und Alleinfuttermittel, du kannst sie also dauerhaft als einzige Mahlzeit füttern. Es gibt sie alle im 1,5-kg-Beutel, drei davon zusätzlich als 10-kg-Sack. Peptide+ Hypoallergen gibt es derzeit nur in der kleinen Packung. Was die Sorten unterscheidet, ist die Proteinquelle und die jeweiligen funktionalen Zutaten.
Peptide+ Gastrointestinal: bei empfindlichem Magen
Das ist die Sorte für Hunde, die zu weichem Kot oder Durchfall neigen oder auf Futterwechsel schnell empfindlich reagieren. Die Proteinquelle ist Pute: 26 % frisch zubereitetes, enzymatisch gespaltenes Putenfleisch plus 11,5 % enzymatisch gespaltenes getrocknetes Putenfleisch. Dazu kommen Süßkartoffel und Kartoffel als leicht verdauliche Kohlenhydrate, 9 % Putenfett, Erbsenprotein und Präbiotika (FOS und MOS), die die Darmflora unterstützen.
Die Werte: Rohprotein 25 %, Rohfett 15,5 %, Rohfaser 4 %, 374 kcal pro 100 g. Für Adult und Senior. Richtwerte laut Packung: 10 bis 20 kg Hund 140 bis 235 g am Tag, 20 bis 30 kg 235 bis 320 g, über 40 kg ab 400 g.
Nicht nötig ist diese Sorte, wenn dein Hund einmal Durchfall hatte, weil er im Park etwas Fragwürdiges gefressen hat. Ein Ausrutscher ist kein empfindlicher Magen.
Peptide+ Haut- und Fellpflege: bei stumpfem Fell und Juckreiz
Wenn das Fell deines Hundes glanzlos wirkt, er Schuppen hat oder sich auffällig oft kratzt, kann die Ernährung ein Baustein sein. Hier ist Fisch die Proteinquelle: 35 % frisch zubereiteter, enzymatisch gespaltener Lachs und 14 % getrockneter, enzymatisch gespaltener Weißfisch. Dazu kommen Öle und Zutaten für Haut und Fell: 4 % Lachsöl, 3 % Sojaöl, 0,2 % Algen (Schizochytrium), 0,2 % Borretschöl, Ringelblume als Lutein-Quelle und 2,9 % Kollagen.
Das zeigt sich bei den Fettsäuren: Omega-6 3,7 %, Omega-3 2 %. Rohprotein 25 %, Rohfett 15 %. Für Adult und Senior.
Nicht nötig ist die Sorte bei einem Hund mit gesunder Haut und glänzendem Fell. Kratzt sich dein Hund blutig oder hat kahle Stellen, lass die Ursache abklären, statt nur das Futter zu wechseln. Juckreiz kann auch von Parasiten oder Umweltallergien kommen, da hilft kein Futter.
Peptide+ Gewichtskontrolle und Gelenkpflege: bei Übergewicht und für Senioren
Diese Sorte ist gemacht für Hunde, die abnehmen sollen, ihre Gelenke schonen müssen oder älter werden und beides brauchen. Proteinquelle ist Weißfisch: 26 % frisch zubereitet und 11,5 % getrocknet, beides enzymatisch gespalten, ergänzt um Erbsenprotein. Für die Gelenke sind 0,3 % Grünlippmuschel und 1,3 % Kollagen drin, dazu 5,5 % Lachsöl und Ringelblume. L-Carnitin (1.442 mg/kg) unterstützt den Fettstoffwechsel.
Die Zusammensetzung ist bewusst anders als bei den anderen drei Sorten: Rohprotein 29 %, aber nur 9 % Rohfett und 8,5 % Rohfaser. Der hohe Ballaststoffanteil sättigt, das viele Protein hilft, beim Abnehmen Muskeln zu behalten. Auf der Packung findest du zwei Fütterungsstufen: Abnehmen und Gewicht halten. Für Adult und Senior.
Ob dein Hund überhaupt zu viel wiegt, prüfst du mit einer Faustregel: Die Rippen sollten mit leichtem Druck fühlbar, aber nicht sichtbar sein, von oben siehst du eine Taille, von der Seite einen aufgezogenen Bauch. Passt das, braucht dein Hund diese Sorte nicht, auch nicht „vorsorglich“.
Peptide+ Hypoallergen: bei Allergieverdacht und für die Ausschlussdiät
Das ist die Sorte, die dem klassischen hypoallergenen Hundefutter vom Tierarzt am nächsten kommt. Sie hat eine einzige tierische Proteinquelle, Lachs: 32,5 % frisch zubereitet und 15,5 % getrocknet, beides enzymatisch gespalten. Dazu Kartoffel und Süßkartoffel, 6 % Lachsöl, 2 % Kokosöl und ein Wellness-Mix aus Meeresalgen, Kurkuma, Orange, Leinsamen, Karotte und Kamille.
Die Werte: Rohprotein 24 %, Rohfett 15,5 %, Rohfaser 2,5 %, Omega-3 2,3 %, Omega-6 2,1 %, 379 kcal pro 100 g. Als einzige Sorte der Linie ist sie für alle Lebensphasen geeignet, also auch für Welpen. Es gibt sie nur im 1,5-kg-Beutel, und der reicht laut Packungsangabe bei einem 20-kg-Hund etwa sechs Tage.
Wenn du mit deinem Tierarzt eine Ausschlussdiät machst, ist das der Kandidat. Dabei bekommt dein Hund über 8 bis 12 Wochen (mindestens 6 bis 8) ausschließlich dieses Futter: keine Leckerlis, keine Kauartikel, keine Tischreste. Eine Alternative ist eine einzelne, für deinen Hund neue Proteinquelle wie Pferd. Mehr dazu im Ratgeber Hundefutter mit Pferd für Allergiker.
Nicht nötig ist Hypoallergen, wenn dein Hund weder Haut- noch Verdauungsprobleme hat. „Hypoallergen“ ist kein Qualitätsmerkmal für jeden Hund, sondern ein Werkzeug für einen konkreten Verdacht.
Entscheidungshilfe: Welche Sorte bei welchem Symptom?
| Was du bei deinem Hund beobachtest | Passende Sorte |
|---|---|
| Empfindlicher Magen, Neigung zu weichem Kot oder Durchfall | Gastrointestinal |
| Stumpfes Fell, Schuppen, Juckreiz | Haut- und Fellpflege |
| Übergewicht, Gelenkprobleme, älterer Hund | Gewichtskontrolle und Gelenkpflege |
| Allergieverdacht, Ausschlussdiät, Welpe mit Allergie | Hypoallergen |
Die Tabelle ist eine Orientierung, keine Diagnose. Treffen mehrere Punkte zu, etwa Juckreiz und Durchfall zusammen, deutet das eher auf eine Allergie hin, und Hypoallergen wäre der bessere Start. Im Zweifel frag deinen Tierarzt. Alle vier Sorten findest du in der Kategorie Peptide+.
Für wen lohnt sich Peptide+ nicht?
Für die meisten Hunde nicht. Ein gesunder, unkomplizierter Hund, der sein Futter gut verträgt, ein glänzendes Fell hat und sein Gewicht hält, braucht kein hydrolysiertes Hundefutter. Du zahlst dann für eine Funktion, die er nicht nutzt.
Für diesen Hund reicht das normale Sortiment. Auch dort bekommst du getreidefreie Rezepturen und eine Zutatenliste, die du verstehst. Schau dich bei unserem Trockenfutter um oder lies, worauf es bei gutem Trockenfutter für Hunde ankommt. Peptide+ ist die Lösung für den Hund mit einem konkreten Problem, nicht das bessere Standardfutter.
Wann du zum Tierarzt solltest
Peptide+ ersetzt keine Diagnose. Manche Symptome sehen nach „Futterproblem“ aus, haben aber eine andere Ursache, die du mit einem Futterwechsel nur verschleppst. Deshalb immer zum Tierarzt, wenn:
- Durchfall länger als ein bis zwei Tage anhält,
- Blut im Kot ist,
- dein Hund erbricht,
- er apathisch wirkt, also auffällig schlapp und teilnahmslos ist.
Bei Welpen und Senioren gilt das früher, weil sie weniger Reserven haben. Auch bei starkem Juckreiz, offenen Stellen oder wiederkehrenden Ohrenentzündungen gehört die Abklärung vor den Futterwechsel. Empfiehlt der Tierarzt dann eine Ausschlussdiät oder leicht verdauliches Futter, besprich mit ihm, ob eine der Peptide+ Sorten passt.
Umstellung auf Peptide+: langsam, bitte
Gerade Hunde mit empfindlichem Magen oder Allergieverdacht reagieren auf abrupte Wechsel. Stell deshalb nie von heute auf morgen um, sondern über 7 bis 10 Tage, bei sensiblen Hunden lieber 14. Tag 1 bis 3 etwa ein Viertel neues Futter, Tag 4 bis 6 die Hälfte, Tag 7 bis 9 drei Viertel, ab Tag 10 komplett. Wird der Kot weich oder bläht dein Hund, bleib auf der Stufe oder geh eine zurück, bis sich alles beruhigt hat. Die genaue Anleitung mit Grafik findest du in unserer Empfehlung zur Fütterungsumstellung. Bei einer Ausschlussdiät gilt ab dem Tag, an dem du bei 100 % bist, wirklich nur noch dieses eine Futter.
Die vier Peptide+ Sorten im Shop
Häufige Fragen
Ist hydrolysiertes Hundefutter das Gleiche wie hypoallergenes Hundefutter?
Nicht ganz. „Hydrolysiert“ beschreibt, wie das Protein verarbeitet wurde: in kleine Bausteine zerlegt. „Hypoallergen“ beschreibt das Ziel, möglichst wenig allergische Reaktionen auszulösen. Hydrolysiertes Protein ist ein Weg dorthin, eine einzelne seltene Proteinquelle wie Pferd ein anderer. Bei Peptide+ heißt nur eine Sorte Hypoallergen, alle vier arbeiten aber mit hydrolysiertem Protein.
Kann ich Peptide+ dauerhaft füttern?
Ja. Alle vier Sorten sind Alleinfuttermittel und liefern alles, was dein Hund langfristig braucht. Sinnvoll ist das aber nur, wenn dein Hund das Futter wirklich braucht. Bei einer Ausschlussdiät besprichst du mit dem Tierarzt, wie es nach den 8 bis 12 Wochen weitergeht.
Darf mein Welpe Peptide+ bekommen?
Nur die Sorte Hypoallergen ist für alle Lebensphasen und damit auch für Welpen geeignet. Die anderen drei Sorten sind für Adult und Senior gedacht. Hat dein Welpe Verdauungs- oder Hautprobleme, geh bitte zuerst zum Tierarzt, bei Welpen ist die Reserve kleiner.
Darf mein Hund neben Peptide+ noch Leckerlis bekommen?
Im Alltag ja, sie zählen aber zur Tagesration. Faustregel: maximal etwa 10 % der täglichen Energiemenge, die Hauptmahlzeit entsprechend kürzen. Während einer Ausschlussdiät ist die Antwort ein klares Nein, sonst ist das Ergebnis nicht auswertbar.
Wie lange dauert es, bis ich eine Wirkung sehe?
Das hängt vom Problem ab. Die Verdauung reagiert oft innerhalb weniger Wochen nach der Umstellung. Haut und Fell brauchen länger, weil das Fell nachwachsen muss. Bei einer Ausschlussdiät rechnet man mit 8 bis 12 Wochen. Gib dem Futter Zeit, und wenn sich nichts tut oder es schlimmer wird, sprich mit deinem Tierarzt.



